e-mobility.koeln forum 2015 erfolgreich

Zum zweiten Mal veranstaltete das Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg (NAOB) in Köln-Deutz einen Vortragsabend zum Thema e-mobility. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Schulleiter des NAOB, Herrn Ehlert, führte Herr Becker, Inhaber eines KFZ-Betriebes in Köln und Vorsitzender des schulischen Fördervereins, durch den Abend.

Die weit mehr als 200 Anwesenden, unter Ihnen auch Vertreter der Partnerschule aus Belgien sowie anderer Bundesländer, der Verwaltung und der Politik hörten unter der fachkundigen und kurzweiligen Moderation von Herrn Becker interessante und informative Vorträge von vier profunden Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Projektgruppe der Schule war es gelungen aus allen Entwicklungsbereichen Referenten für einen Vortrag zu gewinnen.

So erfuhren die Anwesenden den Stand der Entwicklung aus dem Blickwinkel eines Energieversorgers, eines Hochschulvertreters und zweier Automobilhersteller.

Der Abend verlief in gelöster und lockerer Atmosphäre, da es Herrn Becker wie auch den Referenten gelang, praxisbezogene Beispiele anzuführen und Bezüge zu Alltagssituationen herzustellen, wodurch die Anwesenden gleichermaßen gefesselt wie unterhalten wurden. Die anwesenden Lehrerkollegen berichteten später davon, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, so gebannt lauschte das Publikum den einzelnen Vorträgen.

Herr Hansen (Rheinenergie) erläuterte anschaulich die Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten, eine funktionierende Infrastruktur von Ladestationen in Köln und der Region aufzubauen. Wobei neben der Frage der baulichen oder behördlichen Genehmigungen auch die Akzeptanz in der Bevölkerung noch verbesserungswürdig sei oder wie er es bildlich ausdrückte „würden sie Ihr Fahrzeug an einer normalen Tankstelle heutzutage tageweise abstellen (parken)“? Die eigentliche Frage nach einem „Stromtarif“ (Leistungsabrechnung) für die Ladung eines Elektrofahrzeugs wirft zahlreiche weitere Fragen auf, die ebenso noch gelöst werden müssen. Derzeit wird die Ladung der Batterie an öffentlichen Tanksäulen meist kostenlos als Serviceleistung seitens der Energieversorger angeboten.

Herr Breuer (Pressesprecher Technik, Toyota Deutschland) stellte den Stand der Brennstoffzellentechnologie in seinem Unternehmen am Beispiel des neuen „Mirai“ dar. Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen(BEV) sind bei den mit Brennstoffzellen betriebenen Fahrzeugen Reichweiten wie mit fossilen Brennstoffen darstellbar. Das oftmals angeführte Gefährdungspotential von Wasserstoff bzw. dessen Tanks in Fahrzeugen konnte er mit zahlreichen Hinweisen zu konstruktiven Detaillösungen und den erfüllten Sicherheitsnormen wie auch den erfüllten Sicherheitsprüfungen entkräften.

Gleichwohl stellte er die Frage, „warum nicht über 60 Liter brennbare Flüssigkeit (Kraftstoff im Fahrzeugtank) in nahezu jedem Fahrzeug ebenso intensiv diskutiert würde?“ Aus seiner Sicht sind aber nicht nur die Hersteller gefragt Ihren Beitrag zu leisten, vielmehr müssten alle Beteiligten am gemeinsamen Ziel mitarbeiten, wozu er auch „die Politik“ zähle. Die Akzeptanz für diese zukunftsträchtige Technologie werde aber ebenso durch die Rahmenbedingungen mit beeinflusst und so gab er zu bedenken, dass „ein Kölner Mirai Besitzer nicht nur auf die andere Rheinseite, sondern außerdem auch noch nach Düsseldorf zum Tanken seines Wasserstofffahrzeugs fahren müsse, doch dies wird sich sicher bald durch den Ausbau der Lade-/Tankinfrastruktur hier in Köln ändern.“

Herr Professor Dr. Hillgärtner (Fachhochschule Aachen) erläutere in einem ebenso interessanten wie kurzweiligen Vortrag die verschiedenen Ladetechnologien. Sehr deutlich wies er auf die noch unzureichende Normierung hin, die nicht nur sehr zeitintensiv ist, sondern vor allem eine flächendeckende und komfortable Ladeinfrastruktur erschwert. „Denn Stecker ist nicht gleich Stecker, weder in Europa noch in Asien und die Fahrzeuge sollen ja schließlich weltweit geladen werden können“. Seinen vergleichenden Ausführungen zu den Problemen mit Handy-Ladegeräten in den verschiedenen Ausführungen wie auch dem Laden des Handys im Ausland konnte das Publikum mit einem Schmunzeln folgen.

Zum Schluss stellte Herr Dr. Krüger (Ford Werke Köln) die Entwicklungs- und Ausbaustufen der Elektromobilität bei FORD vor. Er öffnete die Sicht dafür, dass der Weg zu einem rein elektrischen Fahrzeug zahlreiche Zwischenlösungen und unterschiedliche Realisierungen im Bereich der Hybridfahrzeuge angestoßen habe. Das Fahrzeug würde nicht grundsätzlich neu erfunden, aber man müsse dennoch alles auf den Prüfstand stellen, um kostengünstige und passende Lösungen in die Serie einfließen zu lassen. Denn trotz der technischen Weiterentwicklung müssten die gewachsenen Kundenanforderungen immer wieder neu überdacht werden, damit diese frühzeitig in die Fahrzeugentwicklung einfließen könnten. Es gelte das Fahrzeug in allen Bereichen ständig weiter zu optimieren.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde rege von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Fragen direkt an die Fachreferenten zu stellen. Dabei offenbarte sich von Seiten der Zuhörer auch Skepsis gegenüber der neuen Technik, sei es die mangelnde Reichweite von Batterien, das (noch) dünne Netz an Ladestationen, die unterschiedlichen Ladetechnologien oder behördliche Auflagen. Das dürftige H²-Tankstellennetz, gestaltet den Betrieb von Elektrofahrzeugen unkomfortabler als den von herkömmlichen Fahrzeugen. „Das Gefühl, wegen einer fast leeren Batterie und der fehlenden nahen Tankmöglichkeit irgendwo liegen zu bleiben, müsse man selber einmal durchlebt haben“, berichteten die Referenten. Doch hieraus ergab sich sogleich der Vergleich zu den aktuellen benzinbetriebenen Fahrzeugen und der Frage, wer heute noch einen Reservekanister im Auto mitführt bei dem stark geschrumpften normalen Tankstellennetz. Gleichwohl bekräftigten alle Referenten, dass die Technik rund um die Elektromobilität allgemein noch der weiteren Aufklärung bedürfe und vor allem der Beseitigung von psychologischen Hemmschwellen.

Ebenso rege wurde auch über die geänderten Gefahren, die von den neuen Technologien ausgehen, diskutiert. Laut Aussage der vier Fachleute gehen von den neuen Technologien nicht mehr Gefahren aus, als von den herkömmlichen fossilen Kraftstoffen. Die Angst entsteht vor allem aus der unbekannten Gefahr bei technischen Neuerungen gegenüber den lange bekannten Gefahren bzw. den Erfahrungen in deren Vermeidung bei der konventionellen Technik. Tatsächlich genügen Notebook-Batterien oder auch Handy-Batterien viel geringeren Qualitäts-und Sicherheitsansprüchen und sind als weitaus gefährlicher einzustufen als Fahrzeugbatterien. Aber jeder kennt diese Gefahren und akzeptiert sie.

Im Hinblick auf die hohen Kosten der Fahrzeugbatterien ergab sich im Gespräch erneut der Vergleich zu Notebook- und Handy-Batterien, bei denen der Kunde nahezu klaglos die sinkende Leistungsfähigkeit bereits nach 3 Jahren Betriebszeit akzeptiert und auch den erforderlichen neuen Akku nach einer überschaubaren Betriebszeit auf eigene Kosten beschafft, warum eigentlich?

Insgesamt erlebten die Zuhörer einen informativen wie auch amüsanten und kurzweiligen Abend, was zum einen den Vortragenden wie auch dem Moderator zu verdanken war. Der Abend klang in zahlreichen Einzelgesprächen mit Häppchen und regionalen Getränken gemütlich aus. Alle Referenten nahmen sich im Anschluss die Zeit und tauchten mit den Interessierten nochmals ausgiebig in die Thematik ein. Alle Anwesenden waren sich einig, dass es auch darum gehen muss, die Menschen mitzunehmen und mit dem Unbekannten vertraut zu machen.

Ein langer Abend, der für alle Beteiligten ein Gewinn war und uns dem Ziel hier in Köln ein gutes Stück näher gebracht hat, vor allem aber auch Lust auf „Mehr“ gemacht hat.

Fortsetzung folgt, hier im NAOB!

e-mobility.koeln forum 2015

flyer

Flyer als PDF

Eine Veranstaltung des Nicolaus-August-Otto Berufskolleg.

Ladetechnologien und die nötige Infrastruktur bilden das Rückgrat der Elektromobilität. Aktuelle Entwicklungen der Anbieter werden in Fachvorträgen und anschließender Diskussionsrunde beleuchtet.

Das Forum richtet sich an:

  • Schülerinnen, Schüler und Studierende,
  • Ausbilder und Lehrer,
  • Fachkräfte aus Handwerk und Industrie,
  • thematisch interessierte Personen.

Wir hoffen den Erfahrungsaustausch anzuregen und den Ausbau eines E-Mobility-Netzwerkes in der Region zu fördern. Die Internetseite e-mobility.koeln wird vom NAOB mit der Absicht betrieben, ein Plattform für Information und Austausch zu etablieren.

Elektromobilität betrifft alle Bildungsgänge der Schule, sei es in Form von Lade– und Betankungskonzepten, oder hinsichtlich der Bedienung, Wartung und Reparatur von Fahrzeugen. Innovative Entwicklungen werden fortlaufend im Unterricht berücksichtigt. Hierdurch leistet die Schule einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Köln. Aktivitäten und Projekte zur Elektromobilität am Nicolaus-August-Otto Berufskolleg:

  • Seit 2009 erfolgreiche Teilnahme am Shell-EcoMarathon. Das aktuelle Team NAOB wird samt Fahrzeug (NAOB RUNNER H2) anwesend sein.
  • Aufbau einer HV-Schulungsstätte (in Planung).
  • Umrüstung eines Fahrzeuges auf E-Antrieb (in Planung).

Unverbindliche Anmeldung zum e-mobility.koeln forum 2015

Donnerstag, 22. Oktober 2015 18Uhr
Campus Deutz
Forum des Werner-von-Siemens Berufskollegs
Eitorfer Str. 18
50679 Köln

Datenverarbeitung - Vereinbarung

e-mobility.koeln wird Ihren Namen, Firmenbezeichung und E-Mailadresse elektronisch erfassen und verarbeiten. e-mobility.koeln wird Sie auf der E-Mailadresse kontaktieren und Sie über Veranstaltungen zur Elektromobilität im Kölner Raum informieren.